Saria-Refood bekommt Gestank nicht in den Griff

Zahl der Beschwerden, trotz Filtereinbaus, über SARIA-Gestank deutlich gestiegen. Marler haben Nase voll

Teilerfolg für BISS-Petition

Gestern. Heute. Morgen? Eine Geschichte vom Standort der ReFood in Marl-Frentrop

Das Beispiel der ReFood-Aktivitäten am Standort Marl-Frentrop zeigt, dass aus 30.000 t innerhalb von nur vier Jahren 120.000 t werden können:

Der Standort Marl-Frentrop, auf dem urprünglich eine Tierkörperbeseitigungsanlage (TBA), die „Fleischmehl- und chemische Fabrik Gebr. Schaap KG“ betrieben wurde, hat eine bewegte Historie. Im Jahr 1977 wurde die Fabrik von der RETHMANN-Gruppe übernommen. Im Jahr 1986 wurde auf dem Gelände zusätzlich ein Sonderabfallzwischenlager errichtet.

Der Betrieb der TBA wurde 2003 eingestellt bzw. in eine neue Anlage nach Lünen verlagert. Teile der Produktionsanlagen übernahm die SARIA-Tochter KFU (Knochen- und Fettunion), die heute am Standort aus Schlachtnebenprodukten der Kategorie 3 Knochenmehl und Fette produziert. Diese werden in der Industrie, als Dünger in der Landwirtschaft oder im Tierfutter-Bereich verwendet.

Anfang 2007 wurde auch der Betriebsbereich „Sonderabfall“ der REMONDIS aufgegeben und damit Platz für einen Sammel- und Aufbereitungsbetrieb für Küchen- und Speiseabfälle sowie Altspeise- und Fritierfette der SARIA-Tochter ReFood geschaffen, in der gleichen Größenordnung wie der Betrieb in Metzingen (30.000 Jahrestonnen).

Zum Zeitpunkt der Eröffnung der ReFood-Zweigstelle in Marl im Dezember 2007 war auch bereits eine Biogasanlage mit angeschlossenem Blockheizkraftwerk für diesen Standort beantragt und genehmigt (60.000 Jahrestonnen).

Noch bevor diese Biogasanlage aber überhaupt errichtet wurde, hat die Fa. ReFood bereits einen „Antrag auf wesentliche Änderung der genehmigten Biogasanlage i. V. m. mit der Speiseresteaufbereitungsanlage“ vorgelegt (Amtsblatt des Kreises Recklinghausen Nr. 44/2010 v. 06.04.2010).

Gegenstand dieses Antrages ist die „Errichtung und der Betrieb einer Biogasanlage mit insges. (…) 4 MW elektrischer Leistung zum Einsatz von jährlich bis zu 120.000 t an Speiseresten, Fettabscheider-inhalten, Flotatschlämmen und Co-Substraten“ (s.o.). Gleichzeitig wird beantragt, auch für die Speisereste-aufbereitungsanlage die Durchsatzleistung auf 120.000 t zu erhöhen.

Für den Standort Nürtingen hieß es zu Beginn der Planungen im Jahr 2008, dass in der Anlage jährlich 45.000 t Speisereste und Küchenabfälle vergoren werden sollen. Im Jahr 2010 kamen noch sogenannte Co-Substrate (Fettabscheiderinhalte, Gülle, sonstige Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie incl. Prozesswasser) in einer Größenordnung von 20.000 t pro Jahr hinzu. Aber ist damit wirklich das “Ende der Fahnenstange” erreicht?

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